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Ziel 8: Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum

8. Nachhaltigkeitsziel: Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum

Fairness-Prozess für bessere Arbeitsbedingungen im Kulturbereich

Die andauernde Corona-Krise trifft den Kulturbereich besonders hart und macht die ökonomische Fragilität und die Notlagen der Künstler:innen und Kulturarbeiter:innen noch sichtbarer.

Vor diesem Hintergrund startete Kunst- und Kulturstaatssekretärin Andrea Mayer einen breit angelegten Arbeitsprozess zum Thema Fairness in der Kulturbranche, gemeinsam mit den Interessensvertretungen und den Bundesländern.
In der ersten Phase dieses Prozesses wird es vor allem um das Thema Fair Pay gehen.

Als Gesprächsplattform wurde dazu eine bundesweite Arbeitsgruppe Fairness eingerichtet, die aus Nominierten der neun Bundesländer sowie Vertreter:innen der Kunst- und Kultur-Sektion im BMKÖS besteht und erstmals am 10. November 2020 zusammentrat.

Interessensvertretungen beraten im FORUM Fairness

Im November 2020 fand das erste Treffen FORUM Fairness statt, bestehend aus Vertreter:innen der diversen Interessensvertretungen. Diese wurden vom Österreichischen Kulturrat, der Dachorganisation der Interessensvertretungen, nominiert. Das Forum soll den Interessensvertretungen die Möglichkeit für Input und Feedback bieten.

Die Arbeitsgruppe Fairness und das FORUM Fairness widmen sich in einem ersten Schritt dem Schwerpunkt Fair Pay und werden in regelmäßigen Abständen auf Einladung des Kunst- und Kulturstaatssekretariats zusammenkommen. Mittelfristig sollen weitere Aspekte im Bereich der Arbeitsbedingungen von Künstler:innen angegangen werden, die über das Thema der Bezahlung hinausgehen. Zentral sind eine gemeinsame Vorgehensweise und der lebendige Austausch zwischen Fördergeber:innen und den Interessensvertretungen. Als nächster Schritt ist eine Konferenz zum Thema Fair Pay im Herbst 2021 geplant.

Fair Pay

Am 22. Februar 2021 fand das zweite Meeting FORUM Fairness mit Interessengemeinschaften statt. Gemeinsam einigte man sich auf weitere wichtige Schritte zur Unterstützung der Freien Szene.

Im Fairness Meeting wurde unter anderem berichtet, dass das Kulturressort in Abstimmung mit der IG freie Theaterarbeit und den Ländern den Kreis der Antragsberechtigten im IG-Netz erweitert und die Höchstgrenze für die einzelnen Zuschüsse erhöht. Zudem informierte das Ressort über den aktuellen Stand der laufenden Verhandlungen zum Sachstand der Urheberrechtsnovelle. Das BMKÖS setzt sich in den Verhandlungen dafür ein, die Position von Urheber:innen möglichst fair auszugestalten. Seitens des Bundes ist zudem eine Erhebung geplant, die den Fair Pay Gap in der österreichischen Kunst- und Kulturbranche ermitteln soll.

Um große gemeinsame Förderfälle effizienter und transparenter zu bearbeiten, soll die Abstimmung zwischen Bund und Bundesländern unter Einbindung der betroffenen Förderwerber:innen verbessert werden. Zudem ist der Bund im Gespräch mit den Bundesländern hinsichtlich möglicher gemeinsamer Grundlagen für die Vergabe von Mehrjahresverträgen.   

Fair Pay: IG-Netz Grenzwerte für Einreichungen und Zuschüsse werden erhöht

Das Zuschuss-Programm IG-Netz für mehr Anstellungen in der freien Theaterszene wird ausgebaut. Das BMKÖS erweitert sowohl den Kreis der Theater, die um Zuschüsse ansuchen können, als auch die Zuschüsse selbst.

Nach der Erhöhung der "IG-Netz Förderung" von 300.000 Euro auf 500.000 Euro im Jahr 2020, kommt das Bundesministerium für Kunst, Kultur, öffentlichen Dienst und Sport (BMKÖS) jetzt weiteren Bedürfnissen der Freien Szene nach, indem sowohl die Zugangsmöglichkeiten für das Instrument als auch die Zuschüsse selbst erhöht werden.

Konkret dürfen Theater ab sofort ein Gesamtvolumen von 570.000 Euro an Förderungen erhalten, um noch für Zuschüsse aus dem IG-Netz in Frage zu kommen. Bisher lag die Grenze bei 450.000 Euro. Der Kreis jener Theaterhäuser, die ihre professionell künstlerisch tätigen darstellenden Kunstschaffenden anstellen, wird damit erweitert.

Gleichzeitig hebt das BMKÖS die Zuschüsse für die Zahlung der Sozialversicherungsbeiträge an – nämlich von 200 Euro auf 300 Euro pro Person und Monat.