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VERA - Vertrauensstelle gegen Belästigung und Gewalt in Kunst, Kultur und Sport startet Beratungsangebot am 5. September

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Die Vertrauensstelle für Betroffene von Gewalt, Belästigung und Machtmissbrauch in Kunst, Kultur und Sport, die vergangenes Jahr durch einen Entschließungsantrag des Nationalrats initiiert wurde, steht unmittelbar vor ihrem Start. Mit 5. September 2022 erhalten Betroffene in Kunst, Kultur und Sport psychologische und juristische Unterstützung sowie Beratung zu Handlungsmöglichkeiten.

Die neu geschaffene und unabhängige Stelle wird den Namen VERA tragen und soll neben der Beratungstätigkeit auch mit Workshops und bewusstseinsbildenden und strukturellen Maßnahmen zur Beseitigung von Missständen in diesen hochsensiblen Bereichen beitragen. Getragen wird die Stelle von zwei unabhängigen Vereinen, dem Verein Vertrauensstelle für den Bereich Kunst und Kultur sowie 100 % Sport für den Sportsektor.

Vizekanzler Werner Kogler: "Kultur und Sport sollten Räume sein, die für den Zusammenhalt in der Gesellschaft stehen und das Miteinander in den Vordergrund stellen. Immer wieder sprechen vor allem mutige Frauen an und aus, dass auch hier Männer ihre Macht missbrauchen, sexuell übergriffig und gewalttätig werden. Es ist unsere Verantwortung, sexuelle Gewalt entschieden zu bekämpfen.
Eine konkrete Anlaufstelle, bei der Betroffene Beratung und konkrete Unterstützung bekommen ist ein wichtiger Schritt auf einem leider noch langen Weg. Die Vertrauensstell VERA wird ein sicherer Raum sein, um Betroffene dabei zu unterstützen, sich zur Wehr zu setzen, Gefahren früher zu erkennen und Gewalt damit auch vorzubeugen."
 "Es war und ist mir ein dringliches Anliegen, Machtmissbrauch und sexueller Belästigung im Kunst- und Kulturbetrieb entgegen zu wirken. Wie wichtig dieses Anliegen ist, zeigen uns leider die schockierenden aktuellen Berichte aus der Film- und Theaterbranche erneut schmerzlich auf. Die Einrichtung von VERA ist daher ein konsequenter Schritt im Engagement gegen nicht zu tolerierende Missstände.
Die Vertrauensstelle ist als konkrete Maßnahme aus dem Fairness-Prozess, der bespielhaften Bund-Länder-Kooperation, hervorgegangen. Kunst- und Kulturschaffende müssen in einem sicheren und angstfreien Umfeld arbeiten können. Das große Ziel ist die Herbeiführung eines Strukturwandels und eines solidarischen Miteinanders und die Bewusstmachung einer gesamtgesellschaftlichen Verantwortung“, betont Kunst- und Kulturstaatssekretärin Andrea Mayer.

Hinweis

Die Website von VERA - Vertrauensstelle gegen Belästigung und Gewalt in Anlauf- und Beratungsstelle für Kunst, Kultur und Sport ist unter https://vera-vertrauensstelle.at zu erreichen und in ihrer vollen Funktion ab 5. September 2022 abrufbar.

Struktur schaffen

"Um einen erfolgreichen nachhaltigen Wandel in der Kultur herbeizuführen, muss eine Struktur geschaffen werden, in der sich Betroffene ohne Angst vor negativen Konsequenzen gegen Belästigung und Gewalt wehren können. Gemeinsam mit wichtigen Partner:innen, wie zum Beispiel den Interessensgemeinschaften in Kunst und Kultur, der Gleichbehandlungsanwaltschaft, dem Weissen Ring oder #wedo!, der Anlaufstelle in der Filmbranche, werden wir in Zukunft genau darauf hinwirken“, so Sophie Rendl, Vertreterin von VERA Kunst und Kultur.

Prävention sexualisierter Gewalt im Sport

Claudia Koller, Vertreterin von VERA Sport: "Seit mehreren Jahren ist die Prävention sexualisierter Gewalt im Sport ein Arbeitsschwerpunkt des Vereins 100 % Sport. Viele Sportverbände haben bereits strukturelle Maßnahmen zur Prävention von Gewalt eingeführt. Durch die gemeinsame unabhängige Vertrauensstelle mit dem Bereich Kunst und Kultur in Form von VERA, sollen unsere Bemühungen für sicheren Sport noch deutlicher das Wohlergehen der Athlet:innen und Sportler:innen ins Zentrum rücken. Ich halte es für einen weiteren wesentlichen Entwicklungsschritt, dass „100 % Sport“ unter dem Dach von VERA Beratung, Information und Begleitung bei Belästigungs- und Gewalterfahrungen im Sport anbieten wird."

(1.7.2022)