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"Sportbonus"-Aktion ist größte Mitglieder-Rückgewinnung der heimischen Sportgeschichte Mehr Bewegung durch Sportbonus – Mitgliedsbeiträge in Sportvereinen werden bis zu 75% reduziert

PK Sportbonus mit Vizekanzler Werner Kogler

Das Sportministerium startet zusammen mit Sport Austria die größte Mitgliederrückgewinnungs-Aktion der österreichischen Sportgeschichte. Im Vergleich zu 2017 verzeichnete man bei einer neuen Erhebung im 3. Quartal 2020 und 1. Quartal 2021 um 550.000 Sportvereins-Mitglieder weniger. Auch aus volksgesundheitlicher und volkswirtschaftlicher Sicht alarmierende Zahlen. Diesem Mitgliederschwund will das Sportministerium entgegensteuern und die Menschen zurück in die Sportvereine bringen.

Das Maßnahmenpaket für ein Comeback des Vereinssports präsentierte Vizekanzler und Sportminister Werner Kogler zusammen mit Sport-Austria-Präsident Hans Niessl und Claudia Karollus, sportliche Leiterin der Union West-Wien, am 13. September bei einer Pressekonferenz am Vereinsgelände.

Reduzierte Mitgliedschaftsbeiträge durch Sportbonus

Herzstück der #comebackstronger-Maßnahmen ist der Sportbonus. Bewegungswillige, die 2021 kein sportlich aktives Mitglied des ausgewählten Vereines waren, können eine um bis zu 75% reduzierte Mitgliedschaft erwerben. Der Zuschuss des Sportministeriums ist mit 90 Euro pro Person gedeckelt.

"Bei voller Ausschöpfung wird das Programm über 5 Millionen zusätzliche Bewegungsstunden auslösen. Ein starker Impuls für mehr Gesundheit und Lebensfreude", so Vizekanzler und Sportminister Werner Kogler.

Sportbonus läuft bis 31. Dezember

Die Aktion "Sportbonus" läuft seit 1. September bis 31. Dezember. In dieser Zeit muss der (reduzierte) Mitgliedsbeitrag vom neuen Mitglied einbezahlt werden. Die Vereine bekommen den Restbetrag vom Sportministerium erstattet. Die Abwicklung erfolgt über die Dach- und ausgewählte Fachverbände sowie über die Bundes-Sport GmbH.

"Mein Appell geht an die zigtausenden Sportfunktionärinnen und -funktionäre im Land: Melden Sie Ihren Verein auf sportbonus.at an, werden Sie Teil des Programmes, nützen Sie die Chance, Werbung in eigener Sache zu betreiben. Der Sportbonus bringt mehr Bewegung ins Leben vieler Menschen und stärkt die Sportvereine als wichtige Säule der Gesellschaft", ist Sportminister Werner Kogler überzeugt.

Erhebung: 550.000 Menschen weniger in Sportvereinen als 2017

2017 wurden im Rahmen der Mikrozensus-Arbeitskräfteerhebung über 8.000 Personen befragt. Dabei wurden Fragen zur Sportvereinsmitgliedschaft gestellt, zu Häufigkeit der Nutzung des Sportangebots im Sportverein und zu Funktionen und Tätigkeiten im Sportverein. Dadurch lagen erstmals repräsentative Daten über die Sportvereinsaktivitäten der österreichischen Bevölkerung vor. Nun wurde diese Befragung wiederholt. Das Ergebnis ist wenig erfreulich. Denn COVID-19 hat sich gravierend auf Österreichs Sportvereinsmitgliedschaften und die Häufigkeit der Nutzung des Sportangebots der Vereine ausgewirkt.

Gravierender Rückgang von Sportvereinsmitgliedschaften

Waren laut Mikrozensusbefragung der Statistik Austria im Jahr 2017 rund 2,1 Millionen Menschen oder rund ein Viertel der Gesamtbevölkerung Mitglied in zumindest einem Sportverein, ist dieser Anteil bei der zweiten Befragung, natürlich auch pandemiebedingt, auf rund 1,6 Millionen oder 18% zurückgegangen. Das entspricht einem Rückgang von 550.000 Sportvereinsmitgliedschaften im Vergleich zu 2017!

Besonders auffällig ist der Rückgang bei den Jüngsten (0 bis 5 Jahre) mit minus 54 Prozent. Die Schulpflicht federt diesen Effekt ab (6 bis 9 Jahre: minus 22 Prozent, 10 bis 15 Jahre: minus 31 Prozent). Danach geht es allerdings wieder nach unten (16 bis 19 Jahre: minus 46 Prozent). Bei den Erwachsenen liegt der Effekt, abhängig von der Altersgruppe, zwischen minus 14 und minus 31 Prozent.

Reduzierte Aktivität der Mitglieder

Auch die Nutzung des Sportangebots durch die Vereinsmitglieder ist zurückgegangen. Bei den regelmäßigen Nutzer:innen (d.h. mindestens einmal pro Woche) kam es zu einem Rückgang von 62 auf 45 Prozent. Hingegen stieg der Anteil der Mitglieder, die das Sportangebot im Verein nie nutzten, von 10 auf 39 Prozent. Somit kommt zum Verlust von Sportvereinsmitgliedern auch eine Reduktion der Aktivität bestehender Mitglieder hinzu.

Vizekanzler und Sportminister Werner Kogler:

"Die starken Rückgänge schmerzen nicht nur die Kassiererinnen und Kassierer, Trainerinnen und Trainer, sie schmerzen auch mich als Sportminister. Obwohl ich eine Art Rebound-Effekt erwarte, weil viele Menschen nach den Einschränkungen im Sport nach Bewegung dürsten, haben wir uns frühzeitig dazu entschieden, den Vereinen den Weg aus der Gesundheitskrise zu ebnen. Einerseits durch finanzielle Unterstützungen – über den NPO-Fonds wurden bisher 117,5 Mio. Euro an gemeinnützige Sportvereine ausbezahlt – andererseits durch Bewegungsprogramme und konkrete Maßnahmen.
Seit November arbeiten der organisierte Sport und Expertinnen und Experten inner- und außerhalb des Ministeriums an Maßnahmen gegen Bewegungsarmut und Stillstand. Ich danke allen für die überaus konstruktive Zusammenarbeit und das richtungsweisende Maßnahmenpaket."

#comebackstronger-Maßnahmen-Paket - Gestärkte Rückkehr in den Sport

Das #comebackstronger-Maßnahmen-Paket besteht aus 57 Vorschlägen, die vom Sportministerium gemeinsam mit Sport Austria, den Dach - und Fachverbänden und externen Expert:innen erarbeitet wurde. Vieles aus diesem Paket ist bereits umgesetzt. Zu den Maßnahmen, die derzeit in Planung oder Umsetzung sind, zählen:

  • die Mittel-Aufstockung für die Programme Kinder gesund bewegen 2.0 und Bewegt im Park.
  • Start des bundesweiten Programms von Jackpot.fit. Ein Programm für bislang körperlich inaktive Menschen.
  • der Lange Tag des Sports, der am 24. September erstmals in Schulen und Sportvereinen stattfinden wird und mehr Bewegung ins Leben von Jung und Alt bringen soll.

(13. September 2021)