Wir verwenden Cookies zu Statistikzwecken und zur Qualitätssicherung. Durch Fortfahren auf unserer Website stimmen Sie dieser Verwendung zu. 

Neues Anti-Doping-Gesetz passiert Ministerrat

Schutz von Whistleblowern, erleichterte Beweismittelsicherung, verpflichtende Präventionsmaßnahmen und die Möglichkeit, FreizeitsportlerInnen anders als SpitzensportlerInnen zu behandeln, stehen im Fokus.

Im Ministerrat am 18. November hat die Bundesregierung auf Initiative von Sportminister Werner Kogler den Entwurf für das Anti-Doping-Bundesgesetz 2021 beschlossen. Dieser wird in der Folge dem Nationalrat zum Beschluss zugeleitet. Mit dem Anti-Doping-Bundesgesetz 2021, das am 1. Jänner in Kraft treten soll, kommt die Regierung ihrer Verpflichtung nach, den zeitgleich gültigen, novellierten World Anti-Doping Code 20121 (WADC) umzusetzen. 

Der World Anti-Doping Code und damit das Anti-Doping-Bundesgesetz 2021 reagiert auf jüngste Erkenntnisse im Kampf gegen Doping, bringt Harmonisierungen im Ergebnismanagement sowie in der Präventionsarbeit und differenziert stärker zwischen Doping- und gesellschaftlich weiter verbreiteten Suchtmitteln sowie Spitzen- und FreizeitsportlerInnen. Zudem wird die Gesundheit als zentrales Element im Kampf gegen Doping hervorgehoben und die Unabhängigkeit der nationalen Anti-Doping-Behörden von Sport-Institutionen festgeschrieben.

Vizekanzler und Sportminister Werner Kogler: "Das konsequente Vorgehen gegen Doping und der Schutz der fairen Athletinnen und Athleten zählen zu meinen wichtigsten Anliegen im Sport. Das Anti-Doping-Bundesgesetz 2021 ist ein weiterer Schritt hin zu mehr Effizienz und Treffsicherheit in der Anti-Doping-Arbeit. Von großer Bedeutung ist für mich, dass erstmalig verbindlich und regelmäßig Präventionsmaßnahmen gesetzt werden müssen und die NADA Austria diese Vorgaben vorbildlich erfüllt. Je risikobehafteter die Sportart, desto engmaschiger wird geschult. Kommt ein Verband seinen Verpflichtungen wiederholt nicht nach, wird das unmittelbare Konsequenzen bei der Fördermittelvergabe nach sich ziehen."

Neu in den Anti-Doping-Bestimmungen findet sich ein Tatbestand, der Einschüchterungen, Drohungen oder Vergeltungsmaßnahmen gegenüber Whistleblowern unter Strafe stellt – eine Reaktion auf die Erkenntnisse, die die Ermittlungen gegen staatlich gedecktes Doping in Russland ans Tageslicht brachten. Darauf stellt auch eine weitere Maßnahme ab, die Verstöße durch Organisationen leichter sanktionierbar macht. So können künftig DNA-Proben und Fingerabdrücke als Beweise herangezogen werden, die Welt Anti Doping Agentur (WADA) verfügt nunmehr über das Recht, jederzeit Dopingproben sicherzustellen.

Erleichterungen für Freizeitsportlerinnen und Freizeitsportler

Erleichterungen bringt der neue Welt Anti Doping Code für Freizeitsportlerinnen und Freizeitsportler. Bei Verstößen gegen die Anti-Doping-Bestimmungen kann in Zukunft ein geringeres Strafmaß als bei Spitzensportlerinnen und Spitzensportlern zur Anwendung kommen und von einer Veröffentlichung Abstand genommen werden. Der Gesetzesvorschlag sieht das vor, wenn das Leistungsniveau des Athleten oder der Athletin unterhalb der Landesliga bzw. von Landesmeisterschaften angesiedelt ist und in den letzten fünf Jahren weniger als fünf Wettkämpfe auf nationaler Ebene bestritten wurden. Kogler: "Ein neuer Passus, der absolut Sinn macht. Eine Hobbysportlerin bzw. ein Hobbysportler, der einmal in zwei Jahren an einem Volkslauf teilnimmt und im Vorfeld unwissentlich ein auf der Dopingliste befindliches Schmerzmittel eingenommen hat, soll nicht ein Leben lang via Internet mit diesem Missgeschick in Verbindung gebracht werden können."

Abseits der von der WADA vorgegebenen Änderungen weist Vizekanzler und Sportminister Kogler auch auf eigene Akzente im ADBG 2021 hin: "Wir haben eine Athletinnen- und Athletenkommission eingerichtet, die die Rechte der Sportlerinnen und Sportler besser vertreten soll. Und wir haben eine 50-prozentige Frauenquote in allen Kommissionen der NADA Austria festgeschrieben, setzen die angekündigte geschlechterparitätische Besetzung von Gremien im Sport Schritt für Schritt um."

Zudem flossen Erkenntnisse aus 13 Jahren Vollzug in das neue Anti-Doping-Bundesgesetz ein. So wird der Nationale Testpool ab 1. Jänner um Mannschaftssportarten erweitert, im Bereich der Fitnesscenter ein Gütesiegelprogramm implementiert, das darauf verweist, welche Studios sich für sauberen Sport einsetzen.  

Datum: 18. November 2020