Wir verwenden Cookies zu Statistikzwecken und zur Qualitätssicherung. Durch Fortfahren auf unserer Website stimmen Sie dieser Verwendung zu. 

Österreichischer Staatspreis für Europäische Literatur

Der Preis wird jährlich für das literarische Gesamtwerk einer europäischen Autorin beziehungsweise eines europäischen Autors verliehen, das international besondere Beachtung gefunden hat, was durch Übersetzungen dokumentiert sein muss. Das Werk muss auch in deutschsprachiger Übersetzung vorliegen. Diese Auszeichnung ist derzeit mit 25.000 Euro dotiert.

Preisträger 2021

László Krasznahorkai Foto: © Nina Subin
László Krasznahorkai Foto: © Nina Subin

László Krasznahorkai (Ungarn)

László Krasznahorkai, geboren am 5. Januar 1954 in Ungarn, studierte zunächst Jura in Szeged, dann von 1976 bis 1983 Ungarisch und Literatur an der Universität Budapest.

Für längere Zeit lebte er nach 1987 in Berlin und in den frühen 1990er Jahren in China, der Mongolei und Kyōto.
In dieser Zeit lebte er auch für eine Weile in der Wohnung von Allen Ginsberg in New York, der ihn auch beim Schreiben beriet.

Seine Romane wurden in viele Sprachen übersetzt und mit internationalen Preisen ausgezeichnet, darunter der Tibor-Déry-Preis, der Preis der SWR-Bestenliste (1993), der Kossuth-Preis (2004), der Spycher: Literaturpreis Leuk (2010), der Brücke Berlin Literatur- und Übersetzerpreis (2010) sowie der Österreichischer Staatspreis für Europäische Literatur (2021).
Krasznahorkai lebt als freier Schriftsteller in Pilisszentlászló in der Nähe von Budapest sowie in Berlin, zurzeit in Triest. Im Sommersemester 2008 hatte er eine Gastprofessur an der Freien Universität Berlin. Im Jahr 2014 wurde er mit dem America Award in Literature ausgezeichnet.
Krasznahorkai erhielt 2015 den Man Booker International Prize. Die Vorsitzende der Jury Marina Warner nannte ihn "einen visonären Schriftsteller von außergewöhnlicher Intensität, dessen sprachlicher Ausdruck die Beschaffenheit der heutigen Existenz in Szenen einfängt, die besorgniserregend, befremdlich, erschreckend komisch und oft überwältigend schön sind."

Seine Übersetzer Ottilie Mulzet und George Szirtes teilten sich gleichzeitig einen Preis für ihre Übersetzungen von Krasznahorkais Werken.
Der Österreichische Staatspreis für Europäische Literatur wird seit 1965 jährlich für ein literarisches Gesamtwerk vergeben und ist mit 25.000 Euro dotiert. Zuletzt ging der Preis an Karl Ove Knausgård (2017), Zadie Smith (2018), Michel Houellebecq (2019) und Drago Jančar (2020).

Die Jurybegründung:

"László Krasznahorkai ist ein Meister der literarischen Intensität. In komplex verflochtenen Sätzen beschreibt er in seinen Erzählungen und Romanen heruntergekommene Wirklichkeiten, enttäuschte Hoffnungen sowie die Gewalt gesellschaftlicher

Zusammenhänge. Er entwirft verstörende Panoramen der ungarischen Kleinstadt, begibt sich auf Expeditionen in weit entfernte Weltgegenden und kehrt doch immer wieder zu den Verhältnissen seines Heimatlandes zurück. Krasznahorkai ist ein wahrhaft europäischer und ein philosophischer Autor: Gewaltige Visionen einer anderen Welt durchziehen seine Bücher, Heilsversprechen bauen sich auf und stürzen in sich zusammen. In den Ritzen der Melancholie aber nistet der Humor. Ganz so, als würde es sich dabei um den eigentlichen Agenten eines freieren Lebens handeln."

Jurymitglieder:

Xaver Bayer, Karin Cerny, Dr. Paulus Hochgatterer, Univ.-Prof. Dr. Klaus Kastberger und Mag. Claudia Romeder.

Bisherige Preisträgerinnen und Preisträger

  • 2020 Drago Jančar (Slowenien)
  • 2019 Michel Houellebecq (Frankreich)
  • 2018 Zadie Smith (Großbritannien)
  • 2017 Karl Ove Knausgård (Norwegen)
  • 2016 Andrzej Stasiuk (Polen)
  • 2015 Mircea Cărtărescu (Rumänien)
  • 2014 Ljudmila Ulitzkaja (Russland)
  • 2013 John Banville (Irland)
  • 2012 Patrick Modiano (Frankreich)
  • 2011 Javier Marías (Spanien)
  • 2010 Paul Nizon (Schweiz)
  • 2009 Per Olov Enquist (Schweden)
  • 2008 Agota Kristof (Schweiz)
  • 2007 A. L. Kennedy (Großbritannien)
  • 2006 Jorge Semprún (Spanien)
  • 2005 Claudio Magris (Italien)
  • 2004 Julian Barnes (Großbritannien)
  • 2003 Cees Nooteboom (Niederlande)
  • 2002 Christoph Hein (Deutschland)
  • 2001 Umberto Eco (Italien)
  • 2000 António Lobo Antunes (Portugal)
  • 1999 Péter Esterházy (Ungarn)
  • 1998 Dubravka Ugrešic (Kroatien)
  • 1997 Antonio Tabucchi (Italien)
  • 1996 Jürg Laederach (Schweiz)
  • 1995 Aleksandar Tišma (Jugoslawien)
  • 1994 Inger Christensen (Dänemark)
  • 1993 Tschynggys Aitmatov (Kirgisien)
  • 1992 Salman Rushdie (Großbritannien)
  • 1991 Péter Nádas (Ungarn)
  • 1990 Helmut Heißenbüttel (Deutschland)
  • 1989 Marguerite Duras (Frankreich)
  • 1988 Andrzej Szczypiorski (Polen)
  • 1987 Milan Kundera (Tschechien)
  • 1986 Giorgio Manganelli (Italien)
  • 1985 Stanisław Lem (Polen)
  • 1984 Christa Wolf (DDR)
  • 1983 Friedrich Dürrenmatt (Schweiz)
  • 1982 Tadeusz Rózewicz (Polen)
  • 1981 Doris Lessing (Großbritannien)
  • 1980 Sarah Kirsch (BRD)
  • 1979 Fulvio Tomizza (Italien)
  • 1978 Simone de Beauvoir (Frankreich)
  • 1977 Pavel Kohout (Tschechoslowakei)
  • 1976 Italo Calvino (Italien)
  • 1975 Miroslav Krleža (Jugoslawien)
  • 1974 Sándor Weöres (Ungarn)
  • 1973 Harold Pinter (Großbritannien)
  • 1972 Sławomir Mrożek (Polen)
  • 1971 Peter Huchel (BRD)
  • 1970 Eugène Ionesco (Frankreich)
  • 1969 keine Vergabe
  • 1968 Václav Havel (Tschechoslowakei)
  • 1967 Vasko Popa (Jugoslawien)
  • 1966 Wystan Hugh Auden (Großbritannien)
  • 1965 Zbigniew Herbert (Polen)

Kontakt