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Europeana - die Digitalisierung des kulturellen Erbes

Die virtuelle Bibliothek Europeana ist das europäische Flagship-Projekt im Kulturbereich. Das gesamte kulturelle Erbe Europas soll digital archiviert und der breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Der Aufbau der digitalen Wissensdatenbank hat 2008 begonnen. Seither wird das Online-Portal stetig erweitert und kontinuierlich mit Inhalten befüllt. Die notwendigen Schritte zur Weiterentwicklung werden im EU-Kulturministerrat regelmäßig diskutiert.

Politischer EU-Rahmen

Für die Legislaturperiode von 2019-2024 hat sich die Europäische Kommission sechs Prioritäten gesetzt, die auch eine zentrale Rolle in der Europäischen Kulturpolitik einnehmen:

  • Ein europäischer Grüner Deal: erster klimaneutraler Kontinent werden
  • Ein Europa für das digitale Zeitalter: aktive Teilhabe mit einer neuen Technologiegeneration
  • Eine Wirtschaft im Dienste der Menschen: soziale Gerechtigkeit und Wohlstand fördern
  • Ein stärkeres Europa in der Welt: Streben nach Höherem durch Festigung der verantwortungsvollen globalen Führungsrolle Europa
  • Förderung unserer europäischen Lebensweise: Schaffung einer Union der Gleichheit, in der alle die gleichen Chancen haben
  • Neuer Schwung für die Demokratie in Europa: Förderung, Schutz und Stärkung unserer Demokratie

Aufgrund der Covid-19 Pandemie bilden die sechs Prioritäten auch den Grundstein des Resilienz- und Aufbauplans für Europa NextGenerationEU. Im Kulturbereich kommt dabei dem Projekt  "Europeana" eine Schlüsselrolle bei Umsetzung der Prioritäten zu.

Rolle von Europeana

Die Rolle von Europeana für den digitalen Zugang, die Sichtbarkeit und die Nutzung des europäischen Kulturerbes hat der EU-Kulturministerrat in den Empfehlungen vom 10. November 2021 verabschiedet:

  • internationaler Vorreiter in der Standardisierung von digitalen Daten im Bereich Kulturerbe
  • digitales Netzwerk zwischen den Kulturerbe-Institutionen (u.a. Museen, Bibliotheken, Archive)
  • fortlaufendes kulturelles und digitales Innovationsprojekt – stetiger Ausbau
  • aktive Einbindung der Mitgliedstaaten

Europeana - das Online-Portal zu Europas kulturellem Erbe

Das europäische kulturelle Erbe wird nach und nach digital archiviert, multimedial aufbereitet und am Online-Portal europeana.eu für die Öffentlichkeit bereitgestellt. Damit sollen u.a. Denkmäler, Stätten, Objekte und Artefakte des kulturellen Erbes für künftige Generationen digital erhalten werden. Menschen aus aller Welt soll der freie Zugriff auf Millionen digitalisierter Texte, Bilder, Töne und Film-Aufnahmen aus den Kultur-Institutionen der EU-Mitgliedstaaten ermöglicht werden.

Millionen Objekte digital abrufbar

Die Anzahl der beteiligten Kulturorganisationen und Objekte in der Europeana wächst beständig. Inzwischen haben über 2 500 Kulturorganisationen aus ganz Europa Material aus ihren Sammlungen auf Europeana bereitgestellt. 2008 waren etwa 2 Millionen Objekte abrufbar, im Jahr 2022 fast 55 Millionen Objekte.

20-millionstes und 30-millionstes Objekt aus Österreich

Ein schöner Zufall wollte, dass sowohl das 20-millionste als auch das 30-millionste Objekt in der Europeana aus Österreich stammt. Dabei  handelt es sich um das Gemälde David mit dem Haupt des Goliath von Caravaggio aus dem Kunsthistorischen Museum Wien und um den Animationsfilm The Fantastic Flying Books of Mr. Morris Lessmore aus dem Ars Electronica Archiv in Linz.

Verwaltung, Betrieb und Finanzierung

Verwaltet wird das Projekt Europeana von der Europeana Foundation. Dazu haben sich die wichtigsten europäischen Verbände von Bibliotheken, Archiven, Museen, audiovisuellen Archiven und kulturellen Einrichtungen zusammengeschlossen.

Für den laufenden Betrieb der Europeana ist die niederländische Nationalbibliothek zuständig.

Die Basisfinanzierung der Europeana erfolgt seit 2014 aus der Connecting Europe Facility. Einzelne Projekte wurden mit Mitteln des EU-Forschungsprogramms Horizon 2020 unterstützt. Darüber hinaus wird die Europeana durch freiwillige Beiträge von den EU-Mitgliedstaaten gefördert u.a. auch von Österreich.

Europeana - Inhalte aus Österreich

Aus Österreich stammen die Inhalte, die über Europeana abrufbar sind u.a. aus den Sammlungen der Österreichischen Nationalbibliothek, dem Kunsthistorischen Museum, dem Museum für Völkerkunde, dem Theatermuseum, der Österreichische Mediathek des Technischen Museums, dem Filmarchiv Austria, der Gesellschaft für Historische Tonträger, dem ORF.

Link: Europeana Local - Österreich

Partnerschaft Österreichische Nationalbibliothek und Google Books

Im Rahmen des Programms "Google Books" begann die Österreichische Nationalbibliothek im Jahr 2010 in einer privat-öffentlichen Partnerschaft mit Google das Projekt ABO- Austrian Books Online. Im Zuge dieses Projektes wurden bereits 600 000 rechtsfreie Bücher digitalisiert und in die Europeana integriert.

Kulturpool - das österreichische Kulturportal

Das österreichische Kulturportal Kulturpool fungiert als Aggregator für die Europeana. Der Kulturpool bietet einen zentralen Zugang zu digitalen österreichischen Kulturerbe-Ressourcen. Mithilfe des Kulturpools können die Datenbanken von Museen, Bibliotheken und Archiven übergreifend durchsucht und im Detail erforscht werden.

ENUMERATE - Umfragen zur Digitalisierung des kulturellen Erbes Europas

Die ENUMERATE-Umfragen liefern statistische Daten über die Digitalisierung, digitale Bewahrung und den Online-Zugang zum kulturellen Erbe in Europa. Tausende Kultureinrichtungen in ganz Europa wurden in die Umfragen einbezogen. Bisher wurden 4 Umfragen realisiert: 2012, 2013, 2015 und 2017. Durchgeführt wurden die Umfragen vom ENUMERATE-Netzwerk und Europeana.

Link: Informationen zum ENUMERATE-Projekt und ENUMERATE-Netzwerk

Kontakt

Sektion Kunst und Kultur
Abteilung IV/1 – Auszeichnungsangelegenheiten, Sonderprojekte, Veranstaltungsmanagement, Digitalisierung
E-Mail: iv1@bmkoes.gv.at