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Strategie Kunst Kultur 22: Gemeinsam Kulturpolitik gestalten

Andrea Mayer

Das Jahr 2020 wird in die Weltgeschichte eingehen – als ein Jahr, in dem wir alle vor Herausforderungen gestellt wurden, die vorher undenkbar waren. Niemand war auf die massiven Einschnitte im gesellschaftlichen Leben vorbereitet, die wir in den vergangenen eineinhalb Jahren erlebt haben – und im Kunst- und Kulturbereich waren diese Einschnitte besonders tief.
Österreich hat diese Krise im internationalen Vergleich gut gemeistert. Gerade für Kunst und Kultur wurde eine Reihe von Maßnahmen getroffen, die die schlimmsten wirtschaftlichen Schäden abgefedert und ein Weiterbestehen der Vielfalt des künstlerischen und kulturellen Angebots ermöglicht haben. Trotzdem ist klar: Diese Krise hat Narben hinterlassen und große Fragen für die Zukunft aufgeworfen. 

Wir müssen uns intensiv damit auseinandersetzen, was diese Krise für den Kunst- und Kulturbetrieb in Österreich bedeutet, welche Schlüsse wir daraus ziehen können und welche Defizite uns dadurch erst bewusst geworden sind. Wir müssen aber auch darüber hinaus denken und fragen, was die staatliche Kulturpolitik leisten kann und soll, und wie die Kunst- und Kulturförderpraxis der Zukunft gestaltet sein muss. 

All diese Fragen sollen im Zuge der ersten Kunst- und Kulturstrategie des Bundes diskutiert werden – aber nicht von der Politik allein. Im Sommer 2021 starten wir daher im Bundesministerium für Kunst, Kultur, öffentlichen Dienst und Sport einen partizipativen Dialog-Prozess für den Kunst- und Kulturbereich, im Zuge dessen wir alle Menschen in Österreich, die sich über Kunst und Kultur Gedanken machen wollen, zum Mitgestalten einladen. 

Wir wollen gemeinsam mit den Künstlerinnen und Künstlern, den Kulturbetrieben, den Interessensvertretungen und nicht zuletzt mit dem Publikum die richtigen Fragen für die Zukunft identifizieren und die besten Antworten darauf finden. Das Themenspektrum ist breit: von Förderpraktiken und Fairness im Kulturbetrieb, Innovation und neuen Technologien über Nachhaltigkeit und Diversität, Regionalkultur und Internationalität, Kulturerbe und Baukultur bis hin zur Frage, wie wir im Bereich der Kulturvermittlung neue Wege gehen können.

Die Covid-19-Krise hat gezeigt, wie viel unserem Leben fehlt, wenn Kunst und Kultur nur eingeschränkt oder gar nicht mehr erlebbar sind. Sie hat uns damit so deutlich wie selten zuvor vor Augen geführt, welche Bedeutung dieser Bereich für unser Leben hat. Ich sehe es als zentrale Aufgabe der Kulturpolitik an, dieser Bedeutung gerecht zu werden und die richtigen Rahmenbedingungen dafür zu gestalten.

Ich darf Sie herzlich einladen, Teil dieses Zukunfts-Prozesses zu werden. Ihr Engagement, Ihre Talente und Ihre Ideen werden wesentlich dazu beitragen, dass Kunst und Kultur jenen wichtigen Platz in unserer Gesellschaft einnehmen, den sie verdienen. Nämlich in der Mitte.

Mein Team und ich freuen uns auf eine spannende Zusammenarbeit!

Mag.a Andrea Mayer, Kunst- und Kulturstaatssekretärin