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Bundesländer-Dialoggruppe in Graz zu Fairness und Kulturellem Erbe Prozess zur "Kunst- und Kulturstrategie des Bundes" mit der Einbindung von Künstler:innen und Kulturvertreter:innen diesmal aus Kärnten und der Steiermark

Am 10. Mai 2022 fand im Grazer Universalmuseum Joanneum die dritte Bundesländer-Dialogveranstaltung mit rund 70 Teilnehmer:innen statt. Dieses Mal zu den Schwerpunktthemen Fairness und Kulturelles Erbe. 

Dialoggruppe Süd Livestream
"Die bisherigen Aktivitäten im Rahmen der Kunst- und Kulturstrategie haben gezeigt, dass das Interesse und die Beteiligung am Prozess sehr hoch sind. Fairness war dabei ein immer wiederkehrendes Thema. Das Regierungsprogramm sieht die Ausarbeitung einer Fair Pay Strategie vor, an der wir derzeit gemeinsam mit den Bundesländern und Städte- und Gemeindebund arbeiten. Mir war aber stets wichtig, auch die anderen Themenfelder anzugehen, die sich unter dem Titel Fairness in Kunst und Kultur zusammenfassen lassen. Ein wichtiger Meilenstein, der uns gelungen ist, ist der gemeinsam mit den Bundesländern und den Interessensgemeinschaften erarbeitete Fairness Codex. Diesen werden wir noch diesen Freitag in Wien vorstellen", so Kunst- und Kulturstaatssekretärin Andrea Mayer.

Diskutiert wurde in der Dialoggruppe in Graz u.a. die Frage, wie der Zugang und die Teilhabe möglichst vieler Menschen zum kulturellen Erbe ermöglicht werden könnte. Die Ergebnisse der Diskussionen zu den Themen werden in Kürze auf dieser Seite veröffentlicht.

Im Juni ist noch eine weitere Bundesländer-Dialoggruppe geplant: am 15. Juni 2022 in Wiener Neustadt für die Bundesländer Burgenland, Niederösterreich und Wien. Nach der Phase der Dialoggruppen werden die Ergebnisse aufbereitet und in Dialog- und Arbeitsformate übergeführt.

Dialoggruppe Süd: Programm
Di, 10. Mai 2022 I 13 Uhr I Graz
 

  1. Teil: Impulse

     Stream: Zur Nachschau der Impulse auf Youtube

Begrüßung und Einleitung
Grußbotschaft der Kulturstaatssekretärin Andrea Mayer (per Video)

Thema Fairness
Einführung & Impulse

  • Alina Zeichen
    Vorsitzende der Interessensgemeinschaft der Kulturinitiativen in Kärnten/Koroška (IG KiKK)
  • Zahra Mani
    Komponistin, Kuratorin, Vize-Präsidentin European Composer & Songwriter Alliance
  • Simone Dueller
    Künstlerin, Kulturvermittlerin und Kulturmanagerin

Thema: Steirischen Kulturstrategie 2030
Input

  • Heidrun Primas, Werner Schrempf
    Freie Berater:innen des Steirischen Kulturstrategie-Prozesses 2030

Thema Kulturelles Erbe
Einführung und Impulse

  • Wolfgang Muchitsch
    Präsident des Museumbund Österreich, Geschäftsführer des Universalmuseums Joanneum
  • Sandro Droschl
    Direktor der HALLE FÜR KUNST Steiermark
  • Tanja Prušnik
    Künstlerin, Kuratorin und Vorsitzende des Künstlerhauses
  1. Teil: World-Café

Im Rahmen eines World-Cafés werden die Themen im Anschluss vor Ort diskutiert. Ebenso wird es themenoffene Tische geben, um Aspekte über die beiden Schwerpunktthemen hinaus einbringen zu können.

10.05.2022: Partizipativer Teil (World Café)
Dialoggruppe Steiermark, Kärnten 
Protokoll: Ines Mahmoud 
15 Minuten 

Zu Beginn gab es eine Frage, ob es möglich ist, dass das Aufgezeichnete des Tages nochmals an alle Teilnehmer:innen per E-Mail geschickt wird, damit sie Punkte ergänzen. 

Tisch 1 Fairness
Das Überraschendste war, dass wir im Schulischen gelandet sind. Wir wollen ein Fach für Persönlichkeitsentwicklung. Zum Beispiel in Bezug auf Neid, wo Kinder auch lernen, den Dialog in Ruhe zu pflegen und mit Solidarität untereinander zu verbinden. Überrascht hat uns auch, dass es bei „Was läuft gut?“ doch recht vieles gibt. Es gibt im internationalen Vergleich in Österreich schon ein gutes Förderverhalten den Künstler:innen gegenüber. Besonders erwähnen als positives Beispiel wollen wir das Tanzquartier Graz, da es hier freie Proberäume für Tänzer:innen gibt. 

Tisch 2 Fairness
Das Überraschendste war, dass wir vom Hr. Hahn gehört haben, dass sich Bund und Länder in Zukunft bei Förderungen besser abstimmen werden, damit wir auch die Förderungen bekommen, die wir brauchen, um FairPay zu bezahlen. Es ist wichtig, dass niederschwelliges, prozesshaftes und nachhaltiges Arbeiten gefördert wird, vor allem im Förderwesen. 

Tisch 3 Fairness 
Der schönste Satz war, dass wir gut schlafen und unsere Arbeitssorgen nicht mit ins Bett nehmen sollen und dass es um Würde geht in unserer Arbeit. Und das bedingt bestimmte Dinge, die in diesem Land passieren müssen, wie etwa: weg vom Lohn-Dumping, die großen Institutionen in die Verantwortung nehmen, dass Gagen bezahlt werden, dass es bezahlte Praktika gibt etc. Immer wieder wird versucht, sich von dem Konkurrenz-Gedanken abzugrenzen, dass es eine Abgrenzung von Neid gibt, dass es nur zusammen geht. Als sehr wichtigen Faktor am heutigen Tag und in Zukunft ist natürlich Kinderbetreuung, weil vor allem viele Frauen in diesem Bereich arbeiten. Und man muss auch den ökonomischen Background bedenken: Wer kann es sich überhaupt leisten unseren Beruf, so schön er auch ist, auszuüben?

Tisch 4 Kulturelles Erbe
In Österreich gibt es eine gute Tradition, mit kulturellem Erbe gut umzugehen. Sie muss neu vermittelt und lebendig gehalten werden. In der Gruppe haben wir zudem die Frage besprochen, um welches kulturelle Erbe es geht und wenn das Erbe eine Form von kulturellem Kapital ist: „welches Kapital verhandeln wir da?“

Tisch 5 Kulturelles Erbe
Es ging um viele Themen, die auch schon angesprochen wurden. Wir sind in der Diskussion sehr in die Tiefe gegangen. Es gibt einerseits das Gefühl, dass schon sehr viel kulturelles Erbe und viel Potential gibt. Die Frage ist, was für ein kulturelles Erbe, woher kommt es? Wie alt muss es sein, um als kulturelles Erbe angesehen zu werden? Was ist mit neuem kulturellen Erbe, das dazu kommt? Es gab einen Wunsch, dass die Vermittlung dieser Werte in breiteren gesellschaftlichen Schichten (z.B. in Schule – mit Kindern mit Migrationshintergrund) stattfindet.

Tisch 6 Offener Tisch 
Wir haben viele unterschiedliche Themen besprochen. In beiden Gruppen hat die ästhetische Relevanz von Kunst eine Rolle gespielt. Alles andere (wirtschaftliche Ergebnisse) soll zweitrangig sein. Es gibt den Wunsch, dass es keinen Druck für Institutionen geben soll sich unbegrenzt zu vergrößern, um sich zu beweisen. Zu Veranstaltungen wie heute gab es generell den Wunsch einer besseren Abstimmung von Bund, Land, und Stadt. Heute etwa fand hier eine Parallelveranstaltung statt. Zudem gab es den Wunsch, dass Wien mehr in die Bundesländer kommt. Des Weiteren gab es den Wunsch nach Kinderbetreuung bei derartigen Veranstaltungen.