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Traditionelle Bewässerung in Europa – Kandidatur für immaterielles UNESCO-Kulturerbe Das umfangreiche Wissen rund um traditionelle Bewässerung in Europa soll Teil des immateriellen UNESCO-Kulturerbes werden.

Kulturerbe: Europas traditionelle Bewässerung

Österreich, Belgien, Deutschland, Italien, Luxemburg, Niederlande und die Schweiz stellten am 30. März 2022 in Paris einen gemeinsamen Antrag zur Aufnahme in die "Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit".

"Kultur und Nachhaltigkeit sind eng miteinander verbunden. Das alte Wissen um die traditionelle Bewässerung stellt bis heute eine nachhaltige, energieunabhängige und auf die biologische Vielfalt ausgerichtete Lösung für die Wasserversorgung in der Landwirtschaft dar. Es ist mir ein Anliegen, dass das traditionsreiche Wissen und die erforderlichen Fertigkeiten weitergegeben und sichtbar gemacht werden, weil sie ein wichtiger europäischer Kulturfaktor sind und der nachhaltigen Entwicklung, insbesondere im Umgang mit regionalen Ressourcen, dienen", freut sich Kunst- und Kulturstaatssekretärin Andrea Mayer über die Einreichung der traditionellen Bewässerung in Europa für die UNESCO Liste des Immateriellen Kulturerbes der Menschheit.

Österreich hat den Antrag gemeinsam mit Belgien, Deutschland, Italien, Luxemburg, Niederlande und der Schweiz ausgearbeitet. Ziel ist es, das mit der Bewässerung verbundene Wissen, die kulturelle Bedeutung und sozialen Praktiken auch international sichtbar zu machen. Die UNESCO wird die Kandidatur in einem mehrmonatigen Verfahren evaluieren. Ein Ergebnis über die Aufnahme liegt voraussichtlich im Dezember 2023 vor.

Die wichtige lokale Bedeutung, die der traditionellen Bewässerung beigemessen wird, wurde bereits durch die Eintragung der Praxis in die nationalen Listen des immateriellen Kulturerbes in allen sieben beteiligten Ländern erkannt, in Österreich die Rieselbewässerung im Tiroler Oberland. Mit der gemeinsamen Einreichung bei der UNESCO soll diese nachhaltige Tradition auch international auf breiter Ebene sichtbar gemacht werden.

"Als Zeichen der erfolgreichen länderübergreifenden Kooperation zwischen Traditionsträgerinnen und -träger sowie Staaten ist die transnationale Nominierung der Traditionellen Bewässerung eine besondere Freude für die Österreichische UNESCO-Kommission. Dieses Element des Immateriellen Kulturerbes macht deutlich, wie altes, tradiertes Wissen zur nachhaltigen Entwicklung im Umgang mit unserer Umwelt beitragen kann. Traditionelle Bewässerung prägt dabei nicht nur die Identität der Gemeinschaften, sondern auch die umliegende Landschaft. Wir hoffen sehr, dass diese Einreichung Erfolg haben wird und dadurch die Vielfalt des lebendigen Erbes international bereichert", so Sabine Haag, Präsidentin der Österreichischen UNESCO-Kommission.

Um den gesamten Reichtum national gelebter Praktiken weiter sichtbar zu machen, wurde kürzlich eine Übersicht über alle 147 im Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes in Österreich gelisteten Traditionen veröffentlicht, die online (PDF, 4 MB) sowie als Broschüre verfügbar ist.

(31. März 2022)