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Museum im kolonialen Kontext: Naturhistorisches Museum Wien gibt Gebeine Angehöriger der Māori und Moriori an Aotearoa, Neuseeland zurück Im Rahmen einer feierlichen Repatriierungs-Zeremonie im Naturhistorischen Museum Wien (NHM) wurden am 27. September Gebeine Angehöriger der Māori und Moriori nach Aotearoa, Neuseeland, zurückgegeben.

Repatriation Ceremony for ancestors returning to Aotearoa New Ze

Das Karanga Aotearoa Repatriation Programme führt die Rückführung von Überresten von Māori und Moriori aus den Sammlungen des Naturhistorischen Museums Wien durch. Das Projekt wird in Partnerschaft zwischen dem Te Papa Tongarewa Museum (Wellington), dem Naturhistorischen Museum Wien, der österreichischen Bundesregierung und der neuseeländischen Botschaft in Wien durchgeführt.
Kunst- und Kulturstaatssekretärin Andrea Mayer bezeichnet die Rückgabe der Gebeine von Angehörigen der neuseeländischen Māori und Moriori als wichtigen Schritt für die Anerkennung geschehenen Unrechts, welches durch umsichtige Provenienzrecherchen belegt werden konnte.

"Einen weiteren Schritt in diese Richtung gehen wir mit dem Beratungsgremium für Objekte aus kolonialen Kontexten. Ziel ist es, einen sensiblen Umgang mit Sammlungen österreichischer Bundesmuseen aus kolonialen Kontexten zu entwickeln. Ein zeitgemäßer und dialogischer Zugang steht dabei im Vordergrund," betont die Staatssekretärin.

Dieses Gremium für Objekte aus kolonialen Kontexten entwickelt Empfehlungen für den Umgang mit Kulturgütern aus kolonialen Erwerbskontexten in den Sammlungsbeständen und etwaige Rückgaben.

Über die Repatriierung
 

Bei den menschlichen Überresten aus Neuseeland (kōiwi tangata / kōimi tchakat), die im 19. Jahrhundert in das NHM Wien eingegliedert wurden, handelt es sich um Schädel von Kindern, Jugendlichen, Erwachsenen, Männern und Frauen. Eingeleitet wurde dieser Prozess durch das Te Papa Museum, Wellington, welches im Auftrage der neuseeländischen Regierung, weltweit Repatriierungen initiiert und koordiniert. Nach intensiver interdisziplinärer Provenienzrecherche über die Herkunft der Gebeine ist davon auszugehen, dass diese gegen den Willen der indigenen Māori / Moriori Gesellschaft aus deren Grabstätten entwendet wurden.
 
Sie gelangten auch durch Handel und Tausch sowie als Geschenk in die osteologische Sammlung des NHM Wien. Zu diesem Schluss gelangt das gemeinsam von einem großen Team an Wissenschaftler:innen und Student:innen der Anthropologischen Abteilung des NHM Wien in Zusammenarbeit mit Wissenschaftler:innen des Te Papa Museums durchgeführte Provenienzrecherche. Aufgrund der daraus resultierenden und im Gutachten hervorgegangenen Ergebnisse sowie mit dem Verweis auf internationale Ethikstandards (wie insbesondere Art. 12 der United Nations Declaration on the Rights of Indigenous Peoples) und den Empfehlungen des Te Papa Museums befürwortet die Republik Österreich daher ausdrücklich die Repatriierung dieser kōiwi tangata / kōimi tchakat.
 

Das Ziel der Repatriierung menschlicher Überreste aus musealen Sammlungen ist die Rehumanisierung und die damit einhergehende Wiederherstellung der individuellen Würde der Verstorbenen und ihrer wichtigen Rolle als Identitätsspender heutiger Gesellschaften.
 
Mit der Rückgabe von menschlichen Überresten soll das ethische und moralische Unrecht anerkannt werden, welches durch rücksichtlose Sammlungspraktiken entstanden ist. Sterbliche Überreste indigener Angehöriger wurden zudem unter Missachtung ihrer Welt- und Wertvorstellungen außer Landes geschafft. Sie wurden anthropometrisch untersucht, rassialisiert und nicht selten öffentlich zur Schau gestellt. Dadurch wurden sie ihrer Identität als Vorfahren der lebenden Gesellschaften beraubt und zu Museumobjekten degradiert.

"Kolonialismus heute!? Was hat das mit mir zu tun?"

Im Zuge dieser Repatriierung wurde auch das Sparkling Science Projekt "Kolonialismus heute!? Was hat das mit mir zu tun?" gestartet. Gemeinsam mit Schüler:innen soll untersucht werden, was koloniale Kontexte mit aktuellen Fragen, zum Beispiel der Biodiversität oder globaler Ungleichheit, zu tun haben. Der Besuch der Schüler:innen bei der Repatriierungszeremonie war gleichzeitig Projektauftakt.