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Großer Österreichischer Staatspreis für Architekten Laurids und Manfred Ortner

 Staatssekretärin Andrea Mayer und Architekten Laurids und Manfred Ortner

Kunst- und Kulturstaatssekretärin Andrea Mayer verlieh am 27. Oktober 2020 den Großen Österreichischen Staatspreis an die Architekten Laurids und Manfred Ortner für ihr künstlerisch herausragendes Lebenswerk. Die Preisverleihung fand unter strengen Corona-Präventionsmaßnahmen in der „Libelle“ im Museumsquartier Wien statt - einem Projekt von O&O Baukunst. Der Preis ist mit 30.000 Euro dotiert.

"Ich freue mich sehr, Laurids und Manfred Ortner heute den Großen Österreichischen Staatspreis zu überreichen, und gratuliere von Herzen", so Staatssekretärin Mayer in ihrer Ansprache. „Laurids und Manfred Ortner beeindrucken nicht nur durch die hohe Qualität, sondern vor allem durch die Vielfalt ihrer Arbeit, die in Wien sowie international von großer Bedeutung und Sichtbarkeit ist. All diese Baukunstwerke sind Visitenkarten ihrer langjährigen höchst erfolgreichen Arbeit und Geschenke für die jeweiligen Städte und Gesellschaften, die sie schon jetzt bereichern und noch lange bereichern werden,“ so Mayer.

Vorgeschlagen wurden die Preisträger für die höchste künstlerische Auszeichnung der Republik Österreich vom Österreichischen Kunstsenat. Die 21 Mitglieder nominieren jährlich eine Künstlerpersönlichkeit für den Staatspreis aus den Bereichen Architektur, Bildende Kunst, Literatur oder Musik ohne festgelegtes. In der Sparte Architektur ist der Staatspreis zuletzt 2015 Elke Delugan-Meissl und Roman Delugan zuerkannt worden, davor Heinz Tesar (2011), Günther Domenig (2004), Wilhelm Holzbauer (2000), Wolf D. Prix [Coop Himmelb(l)au] (1999), Josef Hoffmann (1950)

Architektur ohne Anbiederung

Die Auswahl begründet der Kunstsenat: "Ortner & Ortner Baukunst steht für eine Architektur, die – ohne Anbiederung – mit der Stadt, mit der historischen Substanz kommuniziert und auf ideologische Einschreibungen und Umbruchsituationen reagiert. Ortner & Ortner vollziehen das mit zeichenhaften Bauten, großen kompakten Monolithen. Die Fassaden aus z. B. Ziegel, Backstein oder Basalt und deren differenzierte Texturen sind ebenso immer neu gewählte Antworten auf den jeweiligen Ort."

Architekten-Künstlergemeinschaft Haus-Rucker-Co

Mit radikal-utopischen Projekten im Spannungsfeld zwischen Kunst und Architektur wurde die "Architekten-Künstlergemeinschaft" Haus-Rucker-Co (Laurids und Manfred Ortner, Günter Zamp Kelp, Klaus Pinter) in den 1960er- und 1970er Jahren zu einer provokativen sowie richtungsweisenden Bewegung in der österreichischen Architekturlandschaft. Ihre Aktionen, Events oder Installationen realisierten sie im Stadtraum, wiederholte Einladungen zur Kunstausstellung documenta brachten internationale Beachtung. Heute sind Haus-Rucker-Co fester Bestandteil des architekturgeschichtlichen Kanons, ihre Objekte und Zeichnungen Teil internationaler Kunst- und Architektursammlungen.

Mit steigenden konkreten Bauaufgaben – öffentliche Bauten, Wohn- und Geschäftsbauten, Museen – gründeten die Brüder Laurids und Manfred 1987 das Architekturbüro Ortner & Ortner Baukunst mit mittlerweile Standorten in Wien, Berlin und Köln. 

Bauauftrag MuseumsQuartier in Wien

1990 gewannen Laurids und Manfred Ortner den Architekturwettbewerb für eines der weltweit größten Kunst- und Kulturzentren, das MuseumsQuartier in Wien und erhielten in der Folge den Auftrag zum Bau. Obwohl die ursprünglichen Pläne teilweise geändert bzw. gar nicht realisiert werden konnten (Leseturm), eröffnete 2001 das MuseumsQuartier und brachte den Architekten internationale Anerkennung.

2020 wurde am Dach des Leopold Museums im Museumsquartier Wien die „Libelle“ eröffnet: Ein Pavillon, der in Zusammenarbeit mit den Künstlerinnen Brigitte Kowanz und Eva Schlegel entwickelt wurde.

Datum: 27. Oktober 2020