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Österreichisches Filmmuseum: Neuer Standort im Arsenal für Museumsdepot und digitales Laboratorium

Filmmuseum LAB
v.l.n.r. Petra Höfinger (ART for ART), Kunst- und Kulturstaatssekretärin Andrea Mayer, Wiener Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler und Michael Loebenstein, Direktor des Österreichischen Filmmuseums. Foto: PID/VOTAVA

Das Österreichische Filmmuseum startet in eine neue Zukunft: Ab Herbst 2024 wird das Filmmuseum zusätzliche Räume im Arsenal beziehen.

Am Gelände der ART for ART Theaterservice GmbH wird mit dem Filmmuseum LAB ein Kompetenzzentrum für die Konservierung und Archivierung, Bearbeitung und Digitalisierung sowie Erschließung und Vermittlung von Film mitten in Wien errichtet. Ermöglicht wird der Betrieb durch eine Anhebung der Jahresförderung des Filmmuseums durch das Bundesministerium für Kunst, Kultur, öffentlichen Dienst und Sport (BMKÖS) und die Kulturabteilung der Stadt Wien (MA 7). Somit wird das Filmmuseum ab 2024 seine Sammlungen vom jetzigen Standort in Heiligenstadt in das neue Filmmuseum LAB im Arsenal umsiedeln.

Umgesetzt wird die Errichtung des neuen Filmmuseum LAB in Zusammenarbeit mit der ART for ART Theaterservice GmbH, einer Tochtergesellschaft der Bundestheater Holding. ART for ART ist Eigentümerin der Liegenschaft, auf der sich neben den Dekorationswerkstätten und einem Kulissenlager auch die Probebühnen von Staatsoper und Burgtheater befinden. ART for ART plant im Zuge der Entwicklung am Gelände die Etablierung eines „Kulturclusters“ für bildende Kunst, darstellende Kunst, Fotografie und Film in Zusammenarbeit mit verschiedenen Akteur:innen und Institutionen.

Kunst- und Kulturstaatssekretärin Andrea Mayer: "Unser Filmerbe ist zentrales Kulturgut, das bewahrt, vor allem aber zugänglich sein muss. Das Filmmuseum LAB ist ein zukunftsweisendes Vorhaben, mit dem das Österreichische Filmmuseum einen maßgeblichen Entwicklungsschritt setzen wird, um seine Aufgaben der Bewahrung und Vermittlung noch effektiver wahrnehmen zu können. Der neu geschaffene Standort wird daher ein dynamischer Ort sein, an dem die vielfältigen Sammlungen beforscht, benützt und vermittelt werden. Das Arsenal mit seinen Kultureinrichtungen bietet zudem großes Synergiepotenzial, weshalb der Bund das Projekt gerne als Fördergeber unterstützt."
"Wien wird um einen kulturellen Hotspot reicher: Das ‚Filmmuseum LAB‘ präsentiert sich als Zentrum, an dem unterschiedliche Aspekte des audiovisuellen Erbes – analog wie digital – zusammengeführt werden. Zentrales Anliegen ist auch die Filmvermittlung für junge Menschen, der in Zukunft ein noch größerer Stellenwert eingeräumt wird. Das Arsenal mit seiner Nähe zu umliegenden Kultureinrichtungen und Möglichkeiten zu Synergien ist der ideale Standort dafür. Gemeinsam mit dem ‚Foto Arsenal Wien‘ entsteht mitten in Wien ein neuer, einzigartiger Kulturcluster für die Wienerinnen und Wiener und Cineasten aus aller Welt", freut sich Wiens Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler.
"Wir freuen uns sehr, dass mit der Realisierung dieses Projekts die Bedeutung unserer Arbeit an der Vermittlung von Film als Kunstform und Kulturtechnik anerkannt wird. Mit dem Filmmuseum LAB wird die Bearbeitung und Erforschung unserer einzigartigen Film- und Dokumentationssammlungen nachhaltig möglich gemacht, und ein neuer Hotspot in Wien für die Filmkultur geschaffen.
Erstmals wird es für Künstler:innen, Forscher:innen und unsere Partner:innen im Bildungs- und Kulturbereich möglich sein, an einem zentralen Standort in Wien mit Film zu arbeiten, Digitalisierungen durchzuführen und den Umgang mit analogem wie digitalem Film in das eigene kreative und bildungsorientierte Schaffen aktiv einzubinden. Das Filmmuseum LAB ist für uns ein großer Schritt vorwärts Richtung Modernisierung und Nachhaltigkeit", so Michael Loebenstein, Direktor des Österreichischen Filmmuseums.

Das Projekt Filmmuseum LAB

Am Standort des derzeitigen Arsenals Objekt 19 werden auf ca. 1.500 m2 zeitgemäße Depots für Film, filmbezogene Dokumente sowie die digitalen Sammlungen geschaffen. Darüber hinaus dient das Gebäude – als „lebendiges Archiv“ und „künstlerisches Laboratorium“ – Kunstschaffenden, Forscher:innen, Kurator:innen und anderen öffentlichen und Non-Profit-Einrichtungen als Kompetenzzentrum für Filmbearbeitung, -konservierung und -digitalisierung in Wien. Dort werden auch die zahlreichen Aus- und Weiterbildungsprogramme, die das Filmmuseum in Zusammenarbeit mit verschiedenen Universitäten anbietet, erstmals entsprechende Bedingungen vorfinden. Die nun ermöglichte Errichtung des Filmmuseum LAB stellt eine Lösung für die oft diskutierten strukturellen Herausforderungen dar, das filmische Kulturerbe zwischen der analogen Tradition und den Möglichkeiten und Herausforderungen der Digitalisierung nachhaltig zu bewahren und zu vermitteln. Damit setzt das Projekt ein wichtiges kulturpolitisches Signal.

"Das ‚Filmmuseum LAB‘ ist eine Weichenstellung in Richtung eines Kulturclusters Arsenal. Schon in den vergangenen Jahren wurde das Arsenal von Staatsoper, Bundestheater und dem ImpulsTanz Festival kulturell bespielt. Mit dem Einzug des Museumsdepots und Laboratoriums des Filmmuseums fällt nun der Startschuss für eine diversifizierte Nutzung dieses Areals. Das umfasst Nutzer:innen aus dem Bereich Kulturerbe und zeitgenössische Kunst, aber auch Gastronomie und Locations für kulturelle Initiativen aller Art", so Petra Höfinger, Geschäftsführerin von ART for ART.

Die Planung und Errichtung des Filmmuseum LAB beginnt im Sommer 2022. Die geplante Bauzeit erstreckt sich über zwei Jahre. Der zusätzliche Finanzierungsbedarf beträgt für das Filmmuseum ab Inbetriebnahme jährlich 400.000 Euro. Diese zusätzlichen Kosten werden zu gleichen Teilen vom Bundesministerium für Kunst, Kultur, öffentlichen Dienst und Sport und der Stadt Wien (MA7) in Form einer Anhebung der Jahressubvention getragen.

Die Sammlungen des Österreichischen Filmmuseums – seit 1982 in der Heiligenstädterstraße 175 (1190 Wien) untergebracht – umfassen mehr als 500.000 Objekte (Film, Fotografie, Dokumentation, digitale Sammlungen). Die Filmsammlung enthält eine umfangreiche Auswahl bedeutsamer künstlerischer Filmwerke sowie tausende zeitgeschichtliche Dokumente. Die filmbezogenen Sammlungen umfassen wertvolle Kontextmaterialien zur Filmgeschichte, von Autografen von Filmkünstler*innen bis zu Auswertungsmaterialien und Pressespiegeln.

Die Sammlungen des Filmmuseums sind der Aufbewahrungsort von Vorlässen und Nachlässen zahlreicher wichtiger internationaler Künstler:innen, darunter Dziga Vertov, VALIE EXPORT, Gustav Deutsch, Maria Lassnig, Michael Haneke u. v. a. Seit 2020 archiviert das Filmmuseum auch digital hergestellte Filmwerke, die im Rahmen von „Innovative Film Austria“ vom BMKÖS gefördert werden.