Wir verwenden Cookies zu Statistikzwecken und zur Qualitätssicherung. Durch Fortfahren auf unserer Website stimmen Sie dieser Verwendung zu. 

Digitalisierung des Archivs der Secession

Die Secession kann nun mit der Umsetzung des mehrjährigen Projekts zur Erfassung, Digitalisierung und Veröffentlichung des hauseigenen Archivs starten. Finanziert wird das Projekt – wie schon die Sanierung des Hauses – zu gleichen Teilen durch das Bundesministerium für Kunst, Kultur, öffentlicher Dienst und Sport, die Stadt Wien und die Secession mit Hilfe von privaten Unterstützenden und Sponsoren.

Das Archiv der Secession umfasst insgesamt rund 150.000 Objekte aus den letzten 123 Jahren: Autographen, Protokolle, Ausstellungsdokumentationen, Ansichtskarten, Fotografien, Publikationen, Exemplare der Zeitschrift Ver Sacrum sowie Drucksorten und eine Sammlung von Kunstwerken, die die bewegte Geschichte des Ausstellungshauses für zeitgenössische Kunst dokumentieren. Das Vorhaben ist, die Archivbestände vom Gründungsjahr der KünstlerInnenvereinigung 1897 bis heute in einer Datenbank zu erfassen, zu großen Teilen zu digitalisieren und über die Website der Secession der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen. Die veranschlagten Kosten betragen 360.000 Euro netto.

Wiens Stadträtin für Kunst, Kultur und Wissenschaft Veronica Kaup-Hasler, Präsident der KünstlerInnenvereinigung Secession Herwig Kempinger und Staatssekretärin Andrea Mayer.
Foto v.l.: Wiens Stadträtin für Kunst, Kultur und Wissenschaft Veronica Kaup-Hasler, Präsident der KünstlerInnenvereinigung Secession Herwig Kempinger und Staatssekretärin Andrea Mayer - Foto: Zsolt Marton
"Wir kennen und schätzen die Wiener Secession als ein bedeutendes Ausstellungshaus für zeitgenössische Kunst. Seit jeher bildet sie mit viel Erfolg und internationaler Sichtbarkeit aktuelle Entwicklungen in der zeitgenössischen Kunstproduktion ab. Mit der Aufarbeitung des Archivs tut sich ein wichtiges Fenster in die bewegte und glorreiche Geschichte der Secession auf. Ich freue mich, dass die Kooperation mit der Secession und der Stadt Wien die Digitalisierung des Archivs möglich macht und bedanke mich bei allen, die zum Erfolg beitragen", so Kunst- und Kulturstaatssekretärin Andrea Mayer.

Zielsetzung des Projekts

Derzeit sind die Archiv- und Sammlungsbestände technisch nur unzureichend erschlossen und der Öffentlichkeit nur äußerst eingeschränkt zugänglich. Im Zuge des Projekts „Erfassung, Digitalisierung und Veröffentlichung des Archivs der Secession“ soll der Archivbestand vom Gründungsjahr 1897 bis 1939  daher erstmalig vollständig und umfassend erfasst werden. Zudem ist die digitale Bilderfassung der Archivalien bis 1939, eine Auswahl der Sammlungsobjekte sowie Ausstellungs- und Veranstaltungs­ansichten bis 2020 sowie die Transkription und Übersetzung ausgewählter Autographen und Texte der Gründungsjahre geplant.

Der breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden die Bestände über die Website der Secession mittels einer zweisprachigen (Deutsch/Englisch) Datenbank mit Suchfunktion. Das Digitalarchiv wird weltweit das erste freizugängliche Online-Portal sein, das die Geschichte einer international agierenden Künstlervereinigung dieser Zeit und ihr kunst- und gesellschaftspolitisches Netzwerk sichtbar macht. Der projektierte Zeitrahmen für die Umsetzung des Projekts beträgt drei Jahre.

Die Archiv- und Sammlungsbestände der Secession

Die Vereinigung bildender KünstlerInnen Wiener Secession ist heute weltweit das älteste unabhängige und ausdrücklich der zeitgenössischen Kunst gewidmete Ausstellungshaus. Mit einer Historie von rund 13.000 nationalen und internationalen KünstlerInnen in über 2.000 Ausstellungen findet sich international nichts Vergleichbares. Insgesamt umfassen die Archiv- und Sammlungsbestände der Secession ca. 150.000 Einheiten, darunter sind rund 15.000 Korrespondenzen (Gustav Klimt, Rainer Maria Rilke, Claude Monet, Edvard Munch, Charles Rennie MacIntosh, Berta Zuckerkandl, Isidora Duncan …), dutzende Publikationen, Drucksorten und hunderte Kunstwerke der ersten 50 Jahre der KünstlerInnenvereinigung.

Durch freiwillige Schenkungen der Mitglieder wie auch der ausstellenden KünstlerInnen in der Zeit ab den 1950er-Jahren hat sich der Sammlungsbestand zudem sukzessive erweitert, sodass er heute 2.000 Werke umfasst, darunter Arbeiten von Maria Lassnig (1957), Arnulf Rainer (1973), Herbert Brandl (1999) und Ed Ruscha (2019). Sowohl die Schriftstücke wie auch die Objekte spiegeln die herausragende Entwicklung und internationale Bedeutung der Wiener Secession für die Kunst- und Kulturgeschichte von der Zeit um 1900 bis in die Gegenwart wider und sind als solche unverzichtbare Dokumente für die wissenschaftliche Forschung.

(18. Dezember 2020)