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Filmstandort Österreich:  Neues Anreizmodell ab 1.1.2023

Kunst- und Kulturstaatssekretärin Andrea Mayer, Medienministerin Susanne Raab, Finanzminister Magnus Brunner und Wirtschaftsminister Martin Kocher

Mit 1.1.2023 soll ein neues Anreizsystem für alle Filmproduktionen in Kraft treten, das Österreich im europäischen Standortwettbewerb stärkt. Gleichzeitig soll die Streaming-Lücke geschlossen werden, damit Österreich als Produktionsland für internationale Streaming-Produktionen und daran beteiligte österreichische Unternehmen attraktiver wird. Kunst- und Kulturstaatssekretärin Andrea Mayer, Medienministerin Susanne Raab, Finanzminister Magnus Brunner und Wirtschaftsminister Martin Kocher präsentierten das neue Anreizmodell für Film- und Fernsehproduktionen am 5. Juli 2022 im Rahmen einer Pressekonferenz.

Kunst- und Kulturstaatssekretärin Andrea Mayer:

"Heute ist ein historischer Tag für die österreichische Filmbranche. Wir schaffen nicht nur den lange geforderten Anreiz für internationale Produktionen, sondern stärken auch den österreichischen Film nachhaltig. Das Fördersystem wird durch die neue Marke "ÖFI Plus" breiter, einfacher und verlässlicher. 

Besonders wichtig ist mir, dass wir damit viele neue Jobs und Aufgaben für die Kreativen im Land schaffen. Das Filmland Österreich ist eine Erfolgsgeschichte, zu der viele Menschen ihren Teil beitragen. Sie alle werden profitieren. Mit diesem Paket ist gesichert, dass der österreichische Film auch weiterhin so bunt, stark und jung auftreten kann, wie er es schon in den letzten Jahren getan hat."

Anreizsysteme um Wertschöpfung vor Ort zu steigern

Anreizsysteme spielen im zunehmend globalisierten und wettbewerbsintensiven Filmsektor eine wesentliche Rolle. Sie liefern den produzierenden Unternehmen Finanzierungsbestandteile und bilden entscheidende Faktoren bei der Frage, wo Produktionen abgewickelt werden. Zahlreiche europäische Staaten setzen entsprechende Anreize als strategische Instrumente ein, um Wertschöpfung vor Ort zu steigern, Film-Investitionen aus dem Ausland anzuziehen, qualifizierte Arbeitsplätze zu schaffen und Produktionsinfrastruktur und digitale Expertise in einem wesentlichen Wachstumsfeld der Kultur- und Kreativwirtschaft nachhaltig aufzubauen.

In Österreich sind die vorhandenen Förderinstrumente derzeit nicht in ausreichendem Maße geeignet, um für global agierende Streaming-Konzerne Wirkung zu entfalten, regelmäßig große internationale Produktionen nach Österreich zu holen und das volle Potential in der heimischen Filmbranche zu heben. Produktionen wandern daher in das benachbarte Ausland ab, wodurch Wertschöpfung, Knowhow und Fachkräfte in Österreich verloren gehen. Das Fehlen eines effektiven Instruments in Österreich verhindert bislang, dass Unternehmen und im Film- und Medienbereich Tätige vom enormen weltweiten Wachstumsschub des audiovisuellen Sektors profitieren können. Das soll sich mit dem neuen Anreizsystem ändern.

Zuschüsse in allen Sparten ohne budgetäre Deckelung

Um für internationale Produktionen möglichst attraktiv zu sein und für heimische Produktionen maximale Planungssicherheit zu gewährleisten, werden die Zuschüsse in allen Sparten ohne budgetäre Deckelung implementiert. Bereits früh im Jahr "leergeräumte" Fördertöpfe sollen damit der Vergangenheit angehören.

Kriterienkatalog für Zuschüsse

Das Modell sieht einen auf Basis eines Kriterienkatalogs automatisch vergebenen und nicht rückzahlbaren Zuschuss in Höhe von bis zu 35 Prozent der in Österreich im Rahmen von Filmproduktionen getätigten Ausgaben vor, davon 5 Prozent für die Berücksichtigung klimaverträglicher Kriterien.

Die Maximalhöhe des Zuschusses liegt bei 5 Millionen Euro pro Film und bei 7,5 Millionen Euro für Serien.

Erstmals werden auch Streaming-Produktionen unterstützt.

Anreizmodell Zielsetzungen:

  • Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit und Attraktivität des Filmstandorts Österreich sowie der Resilienz der ansässigen Filmunternehmen 
  • Steigerung der Wertschöpfung der Filmbranche und verbundener Branchen (Dienstleister, Einzelhandel, Hotellerie, etc.) 
  • Schaffung und Erhalt qualifizierter Arbeitsplätze und die damit einhergehende Verbesserung der sozialen Lage von Filmschaffenden 
  • Auslastung und Ausbau der audiovisuellen Infrastruktur und Produktionskapazitäten
  • Förderung und Ausbau technisch-digitaler Dienstleistungen (Animation, VFX, Musik) 
  • Internationalisierung und Professionalisierung der Filmbranche 
  • Anreize zu ökologisch-nachhaltiger Filmproduktion 

Filmanreizmodell baut auf drei Säulen auf:

1. Internationale Service-Produktionen (FISA+) 

Zuschüsse für internationale, nicht-österreichische Produktionen (Streaming, Kino, TV) und Produktionsteile (wie Postproduktion, Musikaufnahmen, VFX) werden von der aws abgewickelt. Antragsberechtigt sind unabhängige Produktionsdienstleistungsunternehmen mit Sitz in Österreich, die mit der Herstellung eines Films oder eines Produktionsteils beauftragt wurden (Service-Abwicklung). 

2. Österreichische Fernseh- und Streaming-Produktionen (FISA+, Fernsehproduktionen in Abstimmung RTR) 

Zuschüsse für österreichische, nicht im Auftrag von Sendern oder Videoabrufdiensten hergestellte Produktionen für die Bereiche Fernsehen, Streaming und Virtual Reality über 1,8 Millionen Gesamtbudget werden ebenfalls von der aws abgewickelt. Antragsberechtigt sind deren unabhängige Hersteller (Produktionsfirmen) mit Sitz in Österreich. Produktionen unterhalb der Budgetgrenzen verbleiben wie bisher im Fernsehfonds. 

3. Österreichische Kinofilme (ÖFI+) 

Zuschüsse für österreichische, unabhängig produzierte Filme für die Erstauswertung im Kino sowie diesen gleichgestellte internationale Koproduktionen werden vom Österreichischen Filminstitut abgewickelt. Antragsberechtigt sind deren unabhängige Hersteller (Produktionsfirmen) mit Sitz in Österreich. Der Zuschuss löst die bisher von FISA vergebenen Kinofilmförderungen ab. Der österreichische Kinofilm erhält damit einen One-Stop-Shop, anstatt auf verschiedene Förderstellen des Bundes (ÖFI, FISA) angewiesen zu sein.

(05.07.2022)