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Österreichischen Buchpreis 2021 für Raphaela Edelbauer

Staatssekretärin Andrea Mayer und Preisträgerin Raphaela Edelbauer

Der Österreichische Buchpreis 2021 geht heuer an Raphaela Edelbauer für ihr Buch "Dave" (Verlag Klett-Cotta). Ihr Roman wurde aus über 120 Einreichungen für den Hauptpreis ausgewählt. Mit dem Debütpreis ausgezeichnet wurde Anna Albinus für ihre Novelle "Revolver Christi" (edition.fotoTAPETA). Die feierliche Verleihung fand zum Auftakt der Buch Wien-Woche im Wiener Kasino am Schwarzenbergplatz statt. Der Preis ist mit insgesamt 45.000 Euro dotiert.

Staatssekretärin Andrea Mayer:

Wieder einmal hat sich gezeigt, dass die zeitgenössische Literatur reich ist an außerordentlich begabten Schriftstellerinnen und Schriftstellern und einzigartigen, außergewöhnlichen Büchern.Gewinner ist auch die österreichische Gegenwartsliteratur, die mit diesem Wettbewerb in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit der Medien und des Lesepublikums gestellt wird. Ich freue mich mit den beiden Preisträgerinnen und gratuliere allen nominierten Autorinnen und Autoren.
Logo Österreichischer Buchpreis

Ziel des Österreichischen Buchpreises ist es, die Qualität und Eigenständigkeit der österreichischen Literatur zu würdigen und ihr im gesamten deutschsprachigen Raum die gebührende Aufmerksamkeit zu verschaffen. Der Österreichische Buchpreis ist ein gemeinsamer Preis von BMKÖS, Verband des österreichischen Buchhandels und der Arbeiterkammer.

Preisträgerin Österreichischer Buchpreis 2021

Rapahela Edelbauer_DAVE

Raphaela Edelbauer

"Dave"
Verlag: Klett-Cotta

Österreichische Buchpreis 2021
für das beste deutschsprachige belletristische, essayistische, lyrische oder dramatische Werk einer österreichischen Autorin oder eines österreichischen Autors
Preisgeld: Euro 20.000,-

Begründung der Jury:

"Wir befinden uns in einer gar nicht fernen Zukunft, das System auf der Erde ist dank ungebremster Klimaerwärmung und extremem Wassermangel kollabiert, in einem „Labor“ knapp über dem Erdboden bilden 118 998 Menschen die vermeintliche Restbevölkerung. Der nicht ganz zuverlässige Ich-Erzähler, der Mathematiker Syz, wird vom dubiosen Laborleiter rekrutiert, um mit seinen Erinnerungen DAVE zu füttern, den in Entwicklung befindlichen Prototyp einer künstlichen Superintelligenz.

Raphaela Edelbauer hat mit DAVE einen raffinierten Science-Fiction-Roman mit eingebauter Liebesgeschichte geschaffen, der nach den Gesetzen des Thrillers funktioniert. Dabei unterhält man sich nicht nur, sondern erfährt dank Edelbauers erstaunlicher Belesenheit viel über philosophische Debatten, Bewusstseins- und Gedächtnisforschung, Informatik und lernende Systeme, deren Heilsversprechen die Autorin spürbar misstraut.

Denn der Weg zu einer schmerzlosen und total vernünftigen Gesellschaft nach dem Ebenbild des Computers führt durch Überwachung und Repression. Edelbauer erzählt elegant und pointiert, mit galligem Witz, Lust an der Anspielung und immer wieder verblüffenden Wendungen von der Ohnmacht des einzelnen in einer Diktatur der Weltverbesserer."

Preisträger:innen Shortlist 2021

Die Preise der Shortlist sind mit jeweils 2.500 Euro dotiert

  • Anna Baar
    "Nil"
    (Wallstein Verlag)
  • Daniela Chana
    "Neun seltsame Frauen"
    (Limbus Verlag)
  • Olga Flor
    "Morituri"
    (Jung und Jung)
  • Ferdinand Schmalz
    "Mein Lieblingstier heißt Winter"
    (S. Fischer)

Bestes Debüt

Anna Albinus_Revolver Christi_Verlag edition.fotoTAPETA_Foto: Ruth Brozek

Anna Albinus

Revolver Christi
(edition.fotoTAPETA)

Österreichischer Debütpreis
für das bestes Debüt einer österreichischen Autorin oder eines österreichischen Autors
Preisgeld: 10.000 Euro (gestiftet von der Arbeiterkammer)

Begründung der Jury:

"Mit der realistischen Beschreibung eines touristischen Groß-Ereignisses beginnt diese Kriminal- und Fantasygeschichte der besonderen Art. Eine Reliquie – jener Revolver, der dem Buch den Titel gibt – zieht die Menschenmassen an. Und dann fällt am dreiundzwanzigsten Ausstellungstag ein Schuss. Die Schützin ist rasch überwältigt, ein seriöser Ermittler tritt auf den Plan, das Publikumsinteresse wächst angesichts der mysteriösen Gewalttat.

Dem Genre entsprechend entwickelt sich die Geschichte geheimnisvoll. Deutlich wird allerdings bald, dass zwischen diesem Revolver Christi, der verhafteten Rechtsanwaltsfachangestellten und dem sachlichen Kriminalbeamten ein Zusammenhang besteht. Das Unglück, das mit der Waffe einher geht, wiederholt sich im Lauf der Zeit offenbar immer wieder.

Man liest gebannt und ist gespannt auf den Ausgang, der jedoch die Erwartung nach Plot-Auflösung nicht erfüllt. Zeit- und Ortssprünge gelingen der 1986 geborenen Autorin mühelos. Sie ist eine erstaunlich versierte Erzählerin. Alles ist möglich in dieser Geschichte, deren Ende sich jeder Eindeutigkeit verweigert. Das Geheimnis bleibt und das Staunen über die literarische Fertigkeit, die sprachliche Sicherheit dieses Debüts."

Preisträger:innen Shortlist Debüt

Die Preise der Shortlist Debüt sind mit jeweils 2.500 Euro dotiert. Der Debütpreis wird von der Arbeiterkammer Wien gestiftet.

  • Anna Felnhofer
    "Schnittbild"
    (Luftschacht)
  • Clemens Bruno Gatzmaga
    "Jacob träumt nicht mehr"
    (Karl Rauch)

Fachjury für den Österreichischen Buchpreis

Die unabhängige Fachjury traf ihre Auswahl aus 122 eingereichten Titeln.

  • Tilman Eder (Buchhändler, Buchhandlung Erlkönig)
  • Walter Grond (Schriftsteller, Leiter Europäische Literaturtage)
  • Manuela Reichart (Literaturkritikerin, WDR)
  • Daniela Strigl (Literaturkritikerin und Germanistin, Universität Wien)
  • Peter Zimmermann (Journalist, ORF)

(08.11.2021)