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Anna Jermolaewa konzipiert Österreich-Pavillon bei Kunstbiennale 2024 in Venedig

Der von Künstlerin Anna Jermolaewa konzipierte Österreich-Pavillon bei der 60. Biennale 2024 in Venedig wurde am 18.04.2024 bei einer Pressekonferenz präsentiert. 

Anna Jermolaewas Beitrag für den Österreich-Pavillon fügt sich hervorragend in das von Kurator Adriano Pedrosa formulierte Generalthema der Kunstbiennale 2024 ein. Es lautet Stranieri Ovunque – Foreigners Everywhere und stellt das Thema der Fremde, der Migration sowie Fragen nationaler Identität und kultureller Diversität in den Mittelpunkt. Es fokussiert Künstler:innen, die Flucht und Migration aus eigener Erfahrung kennen. 

Kunst- und Kulturstaatssekretärin Andrea Mayer: "Das diesjährige Leitthema der Biennale thematisiert den Zustand des Menschen als prinzipiell "fremd". Anna Jermolaewas Beitrag für den Österreichischen Pavillon fügt sich hier nahtlos ein und trotz des ernsten Hintergrunds ihrer Arbeiten hat sie sich Witz und Subtilität bewahrt. Ihre Werke sind kritisch, aber gleichzeitig oft humorvoll und strahlen eine Leichtigkeit aus, die in ihrer Subversion politische Machtstrukturen aufdeckt und letztlich auf eine Verbesserung der bestehenden Ordnung abzielt."
Anna Jermolaewa, Foto. Maria Ziegelböck
  Foto Maria Ziegelböck

In ihrer Arbeit erweist sich die in Leningrad (UdSSR) geborene und seit 1989 in Wien lebende Anna Jermolaewa immer wieder als genaue Beobachterin des menschlichen Zusammenlebens, seiner gesellschaftlichen Bedingungen und politischen Voraussetzungen. Für den österreichischen Beitrag spannt Jermolaewa einen Bogen von ihrer persönlichen Migrationserfahrung bis hin zu Formen des gewaltlosen Widerstands gegen autoritäre Regime. Die Präsentation im Pavillon wird Videos, Installationen, Leuchtobjekte, Sound und performative Elemente in einer Kombination aus neu entwickelten Arbeiten sowie Erweiterungen bereits bestehender Werke der Künstlerin umfassen. Im Mittelpunkt des Beitrags stehen Sprache und Ausdrucksformen des gewaltfreien Widerstands. Kuratorin des Beitrags ist Gabriele Spindler.

Kunst- und Kulturstaatssekretärin Andrea Mayer: "Die Biennale Venedig ist die wohl weltweit bedeutendste Kunstausstellung und hat diesen Rang im vergangenen Jahr eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Die Schau leistet nach wie vor einen ungemein wichtigen Beitrag zum ästhetischen, aber auch gesellschaftspolitischen, kulturellen wie auch interkulturellen Diskurs. Es ist gut und wichtig, dass Österreich auf der Biennale stark vertreten ist und einen entscheidenden Beitrag zu dieser internationalen Werkschau zeitgenössischer Kunst präsentiert. Gerade deswegen ist es mir eine große Freude, dass der österreichische Beitrag für 2024 besonders aktuelle und relevante Positionen einnehmen wird."

Pressebilder 2024

"Für mich bedeutet die Nominierung, Österreich bei der Biennale Venedig 2024 zu vertreten, eine unglaubliche Ehre und Verantwortung. Im Jahr 1989 kam ich als politischer Flüchtling aus der Sowjetunion nach Österreich, das zu meiner Heimat wurde. Im Laufe meiner Karriere habe ich eine künstlerische Praxis entwickelt, bei der unterschiedliche Medien zum Einsatz kommen. Meine Arbeit basiert auf Konzepten und Installationen, die das Soziale und Politische, den Humor und den Ernst des Menschseins in der Gesellschaft sowie die Poetik des Alltäglichen berühren. Ich danke für dieses Vertrauen und werde mein Bestes tun, um Österreich gut zu vertreten."

Über die Künstlerin Anna Jermolaewa:

Geb. 1970 in Leningrad / St. Petersburg, lebt und arbeitet seit 1989 in Wien und Oberösterreich. Als Mitbegründerin der ersten Oppositionspartei und Mitherausgeberin einer regierungskritischen Zeitung floh sie aus der Sowjetunion und erhielt in Österreich politisches Asyl. Sie studierte in den 1990er Jahren Kunstgeschichte an der Universität Wien und Malerei & Neue Medien bei Peter Kogler an der Akademie der bildenden Künste, Wien. 

Seit 2019 ist sie Professorin für Experimentelle Gestaltung an der Linzer Kunstuniversität. Von 2016 bis 2017 war sie als Gastprofessorin für Kunst in zeitgenössischen Kontexten an der Kunsthochschule Kassel tätig, von 2006 bis 2011 als Professorin für Medienkunst am Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe.

Soloausstellungen zuletzt: Schlossmuseum Linz (2022), MAK, Wien (2022), Magazin4, Bregenz (2020), Kunstraum Weikendorf (2018), Museum of the History of Photography, St. Petersburg (2017), 21er Haus, Belvedere, Wien (2016) u.v.a.

Gruppenausstellungen u.a. Kunsthaus Graz, Badischer Kunstverein, Leopold Museum, Kunsthaus Zürich, Kunstmuseum Liechtenstein u.v.a  

"Ich freue mich sehr über die ehrenvolle Aufgabe den Österreichischen Pavillon bei der nächsten Kunstbiennale in Venedig mit Anna Jermolaewa bespielen zu dürfen. Bei der Frau Staatssekretärin und allen Jurymitgliedern bedanke ich mich herzlich dafür, dass die Wahl auf uns fiel und für das Vertrauen, das uns damit entgegengebracht wird. An der Arbeit von Anna Jermolaewa schätze ich besonders die Aktualität und gesellschaftliche Relevanz der Themen sowie die künstlerische Qualität und Präzision in der Umsetzung ihrer Konzepte."

Über die Kuratorin Gabriele Spindler

Geboren 1972, Studium der Kunstgeschichte an der Universität Salzburg. Gabriele Spindler leitet seit Jänner 2022 die Abteilung Kunst- und Kulturwissenschaften und ist Kuratorin für zeitgenössische Kunst an der OÖ. Landes-Kultur GmbH. Von September 2012 bis März 2020 war sie Leiterin der Landesgalerie Linz am Oberösterreichischen Landesmuseum, wo sie davor als Sammlungsleiterin tätig war. 2006 ging sie als Gastkuratorin ans Künstlerhaus Bethanien in Berlin und von 2003 bis 2007 war sie stellvertretende Vorstandsvorsitzende des Verbandes österreichischer Kunsthistoriker:innen.

Von 1995 bis 1999 war sie als Referentin für Öffentlichkeitsarbeit an der Österreichischen Galerie Belvedere, Wien tätig.

Seit der Biennale 2021 wird der Österreich-Beitrag für Venedig im Rahmen eines offenen Wettbewerbs gesucht. Der Bund lädt Kuratorinnen und Kuratoren, Kunst- und Kulturschaffende ein, an diesem Projektwettbewerb teilzunehmen. Die eingereichten Projekte werden in einem dreistufigen Auswahlverfahren einer Fachjury aus nationalen und internationalen Fachleuten vorgelegt.

Die Entscheidung über die Nominierung des Siegerprojekts wie auch der Kuratierung erfolgt durch die Jury und die zuständige Staatssekretärin gemeinsam.

Jury:

  • Hemma Schmutz, Direktorin Lentos
  • Felicitas Thun-Hohenstein, Kuratorin des Biennale Beitrags 2019
  • Karola Kraus, Direktorin des MUMOK
  • Dorit Margreiter, Professorin an der Akademie der bildenden Künste Wien
  • Marion Ackermann, Generaldirektorin der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden

Jurybegründung:
(...) "Das künstlerische Werk von Anna Jermolaewa zeichnet sich durch genaue Beobachtungsgabe, gesellschaftspolitisches Interesse, konzeptuell-serielle Verfahrensweisen, Leichtfüßigkeit und Witz und die Beherrschung sowie einer Vielzahl von künstlerischen Mitteln wie Video, Fotografie und Installation." (...)

Die 60. Kunstbiennale findet bis 24. November 2024 in Venedig statt. Nach den Previewtagen für Presse und Fachpublikum eröffnet die 60. Biennale am 20. April für das Publikum. Parallel zur Biennale wird in Wien von 8. Mai bis 14. September eine Ausstellung von Anna Jermolaewa ("Assemblé") im Phileas-Ausstellungsraum am Opernring gezeigt. 

Presseunterlagen:

Webseite von Anna Jermolaewa